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Peter-Härtling-Schule
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Beratungskonzept

 

      1.   Ziele / Anlässe  der Beratung

 

1.1  Ziele der Beratung

 

-          Beratung versteht sich in der Peter –Härtling – Schule ( PHS ) als Hilfe zur Selbsthilfe. Sie will Denkanstöße geben.

-          Auf das Schulische bezogen soll z.B. durch die Beratung für den Schüler bzw. die

Schülerin das optimale Lernumfeld bzw. die bestmöglichen lernfördernden Bedingungen gefunden werden.

Dies beinhaltet Anregungen zum verbesserten schulischen und häuslichen Lernen, Möglichkeiten zusätzlicher außerschulischer Fördermaßnahmen oder gegebenenfalls die Bestimmung des Lernortes ( siehe auch Förderkonzept ).

Für zukünftige Entlassschüler bietet die Beratung weiterhin Orientierungs- und Entscheidungshilfen bei der anstehenden Berufsvorbereitung und speziell bei der Wahl der passenden Berufsschulform.

            Diese Beratungsschwerpunkte lassen sich vorrangig der themenzentrierten Beratung

            zuordnen.

-          Darüber hinaus zielt die Beratung auch auf die positive Entwicklung im

      emotional – sozialen Bereich hin. Hierunter fallen die folgenden Zielsetzungen:

      Entlastung in Problemsituationen, Konfliktlösung, Erkennen bzw. Bewusstwerden von

      problematischen Verhaltensweisen ( siehe  auch Suchtpräventionsprojekt ), Anregung

      zur Verhaltensänderung, Bereitschaft zur weitergehenden Beratung durch Fachkräfte.

Diese Beratungsaspekte gehören hauptsächlich  in den Bereich der klientenzentrierten Beratung .

 

 

 

1.2  Anlässe der Beratung

 

Zu folgenden Zeitpunkten bzw. Gelegenheiten findet an der PHS oder durch sie  Beratung statt:

-          Beratung im Zusammenhang mit Schullaufbahnempfehlungen

-          Beratung bei auftretenden Lern- und Verhaltensproblemen

-          Beratung bei Konflikten

-          Beratung im Zusammenhang mit dem Verfahren zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs

-          Beratung  für Schülerinnen oder Schüler an allgemeinbildenden Schulen, für die  besondere Fördermaßnahmen erwogen werden  ( LRS – Therapie, Dyskalkulie

            -Therapie etc. )

-          Beratung im Rahmen der individuellen Lernentwicklung und deren Dokumentation

(zwei  Elternsprechtage pro Schuljahr, Teambesprechungen )

-          Beratung im Zusammenhang mit der Berufsorientierung

-          Beratungsangebot nach der Schulentlassung ( maximal ein Schuljahr )

 

 

 

 

      2.   Personen, die  in  oder  für  die  PHS  Beratung ausüben

 

      Diese Personen übernehmen  in der PHS Beratung:

 

-          Schülerinnen und Schüler ( Konfliktschlichtung  - auch für die Schüler bzw. Schülerinnen der benachbarten Grundschule ; Buddies )

-          Lehrerinnen und Lehrer

-          Vertrauenslehrer Herr Prziwara

-          Lehrerinnen und Lehrer mit besonderer Beratungsqualifikation

 

Diese Personen  bzw. Einrichtungen werden in die pädagogische Arbeit einbezogen, um eine weiterführende, spezielle Beratung zu gewährleisten

( siehe dazu auch Punkt 7  -  Grenzen der Beratung ):

 

-          Der Schulpsychologe Herr Kunkel

-          Mitarbeiter des Jugendamtes Springe

-          Familien- und Erziehungsberatungsstelle Springe

-          Kinderschutzbund Springe

-          Violetta Hannover ( Beratungsstelle zur Prävention von sexuellem Missbrauch )

-          Prisma ( Drogenberatungsstelle Hannover )

-          Pro Familia Hannover

-          Gesundheitsamt der Region Hannover, Außenstelle Springe

-          Herr Fröbius, Kontaktbeamter der Polizeistation Springe – Bennigsen

-          Sozialpädiatrisches Zentrum Hannover ( SPZ )

-          Sozialpädagogen der Berufsschulen Springe

-          Mitarbeiter der Agentur für Arbeit

-          Mitarbeiter vom pro aktiv Center

-          Bewerbungsberater

 

 

 

      3.    Adressaten der Beratung

 

Die PHS bietet u.a. folgenden Personen Beratung an:

 

-          Schülerinnen und Schüler der PHS

-          Schülerinnen und Schüler der KOOP – Schulen

-          Ehemalige Schülerinnen und Schüler der PHS (  zeitlich befristet; siehe oben )

-          Eltern der oben genannten Schülergruppen

-          Lehrer der KOOP- Schulen

-          Förderschulen mit einem anderen sonderpädagogischen Schwerpunkt ( z. B. Januczs- Korczak – Schule Schwerpunkt „ Geistige Entwicklung “, Springe ) 

 

 

 

     4.   Grundsätze der Beratung

 

-          Beratung will Hilfe zur Selbsthilfe bieten. Dem Ratsuchenden kann die Verantwortung für sein Handeln nicht abgenommen werden. Anstatt dem Gegenüber vorzumachen, dass man das Problem für ihn bzw. für sie „ ... schon  irgendwie lösen werde...“, ist es immer erforderlich,  mehrere mögliche Wege oder Lösungen aufzuzeigen und vorrangig Hilfen bei der Entscheidungsfindung zu geben.

-          Bei der Gesprächsführung ist das Folgende zu beachten: Sobald Beratung zur umfänglichen Belehrung verkommt, wird der Gegenüber wenig Verantwortung übernehmen. Daher ist bereits bei der Planung der Beratung an Möglichkeiten zu denken, die den Ratsuchenden stärker einbeziehen. Hilfreich bei Gesprächen mit Schülern bzw. Schülerinnen sind hierbei z. B. Selbsteinschätzungsbögen oder Bewertungsskalen ( siehe Anhang  - Nr. 1, 2  ).

-          Kurze Gespräche zum richtigen Zeitpunkt  sind effektiver als lange Unterredungen, die erst in großen Zeitabständen zur vorangegangenen Beratung bzw. zum Beratungsanlass stattfinden ( siehe Anhang  - Nr. 3 ).

-          Elemente der motivierenden Gesprächsführung werden beachtet. Dies beinhaltet:

      Einfühlungsvermögen in der Ratsuchenden, respektvoller Umgang, optimistische

      Erwartungshaltung bei Gesprächseröffnung, Verwendung von  Ich – Botschaften

     (  siehe ausführlich hierzu Anhang  - Nr. 4  ).

-          Zusicherung von größtmöglicher Vertraulichkeit  ( Bei der Kenntnisnahme von Straftaten, erheblichem Drogenkonsum bzw. Drogenhandel oder ähnlich schwerwiegenden Sachverhalten muss die Lehrkraft die vorgeschriebenen gesetzlichen Grundlagen beachten.)

-          Insbesondere bei Beratungen, die dem Ratsuchenden Grenzen aufzeigen oder gesteckte Ziele bei der Schullaufbahn in Frage stellen, ist Klarheit erforderlich. Es widerspricht dem Prinzip der Aufrichtigkeit, „ schlechte Nachrichten “ zu beschönigen oder sogar ganz zu verschweigen.

-          Bei vielen Beratungsgesprächen erweist es sich als sehr hilfreich, wenn z. B. getroffene Entscheidungen oder Ideen für eine Verhaltensänderung notiert werden. Dies erhöht zum einen die Verbindlichkeit einer Unterredung und dient darüber hinaus bei der nachfolgenden Unterredung als Grundlage. Diese  Beratungsnotiz, der

     “ Lernvertrag “ oder Ähnliches kann auch beinhalten, wann gegebenenfalls die nächste

     Beratung stattfindet ( Kontinuität der Arbeit sichern ).

-          Weitergehende Grundsätze der Beratung befinden sich im Anhang ( z.B.    

      Nr. 5:  mögliche Struktur eines kurzen Erstgespräches,  Nr. 6: Gesprächsstrategien ).

 

 

 

      5.   personelle, zeitliche und räumlich - materielle Organisation

 

5.1               Personelle Organisation

5.1.1        Schülerinnen und Schüler

 

Aus Sicht aller Lehrkräfte an der PHS ist es wichtig, dass  sich Schülerinnen und Schüler nicht nur in der Rolle des Beratenen erleben, sondern soweit möglich selbst Beratungskompetenz entwickeln (Entwicklung von Verantwortung für die Gemeinschaft )

 

Um Schülerinnen und Schüler an beratende Tätigkeiten heranzuführen, werden in der PHS folgende Maßnahmen ergriffen:

 

-          Ausbildung von Konfliktschlichtern im Rahmen einer AG

-          Teilnahme am Buddy Projekt ( Lernhelfer / - Lernberater )

-          Nutzung weiterer Angebote ( GVH: Ausbildung von Schulbusbegleitern )

Schülerinnen bzw. Schüler, die sich im Hinblick auf eine Beratung in der PHS einbringen, werden durch Zertifikate oder eine andere besondere Würdigung  ( z.B. Vorstellung bei Schulfeiern ) herausgestellt.

Von besonderer Bedeutung ist, dass sich die beteiligten Schüler bzw. Schülerinnen untereinander über ihre Erfahrungen austauschen können bzw. pädagogisch angeleitet werden ( Entlastung bieten ).

 

5.1.2        Lehrkräfte

 

Der Aufgabenbereich der Beratung ist im Studium der Sonder- bzw. Förderpädagogik besonders gewichtet. Insofern verfügen die an der PHS tätigen Lehrkräfte über diesbezügliche Grundlagenkenntnisse ( siehe auch Darstellung der Beratungsgrundsätze ).

Aufgrund der erweiterten Aufgabenstellungen ( mobile Dienste, Kooperationstätigkeiten, Begleitung der individuellen Lernentwicklung ) wurde eine weitergehende Beschäftigung mit dem Thema „ Beratung “ als notwendig angesehen ( siehe Punkt 9 ).

 

 

 

5.2  Zeitliche Organisation

 

      Einige wesentliche Aspekte im Hinblick auf die zeitliche Organisation der Beratung

      wurden bereits bei Punkt 4 erläutert:

-          Kurze Gespräche zum „ richtigen “ Zeitpunkt

-          Kontinuierliche Beratung

 

Als weitere Gesichtspunkte bei der zeitlichen Organisation der Beratung gelten:

 

-          Für die Konfliktschlichtung durch Schülerinnen und Schüler gibt es feste Termine, die durch Aushang bekannt gemacht werden.

-          Bei der Organisation der Kooperationsstunden wird darauf geachtet, dass z.B.

      Randstunden kurzfristig für Beratung genutzt werden können.

-          Das Stattfinden von zwei Elternsprechtagen pro Schuljahr zielt darauf ab, die

      individuelle Lernentwicklung jedes Kindes bestmöglich zu unterstützen ( siehe 

      Förderkonzept ).

 

 

5.3  Räumlich – materielle Organisation

 

-          Beratung soll in einer angenehmen, freundlichen Umgebung stattfinden, die frei

      von möglichen Störungen ist. In der PHS steht hierfür der Beratungsraum zur

      Verfügung. Größere Gruppen können im Lernbüro ungestört sprechen.

-          In der PHS wird ein Ordner geführt, der eine Vielzahl an Kontaktadressen für verschiedene Beratungsfelder enthält.

-          In den Klassen hängen an den Infowänden geeignete Flyer ( Hinweise auf die

Konfliktschlichtung, Nummer gegen Kummer, Jugendamt Springe )

-          Für die Eltern werden entsprechende Broschüren vorrätig gehalten und können

im Rahmen der Beratung zur Verfügung gestellt werden.

 

 

 

 

      6.    Beratung als Lerngegenstand

 

Etwa ab Klasse 7 wird das Thema „ Beratung “ zum Unterrichtsgegenstand.

Beispiele hierfür

-          Gewaltprävention: Jugendamt

-          Umgang mit Geld: Schuldenberatung

-          Berufswahl: Berufsberatung ( Selbst die Rolle des Berufsberaters spielen und dabei erkennen, dass die mögliche Empfehlung, einen bestimmten „Traumberuf “ nicht zu wählen, sachlich begründet ist )

-          Familie: Aufgabe der Erziehungsberatung

-          Sexualität, Lebensplanung: Pro Familia

-          Suchtprävention: Drogenberatungsstelle

 

Soweit  möglich  ist  das  Aufsuchen  der  Beratungsstelle  zu  empfehlen,  um  spätere Hemmschwellen abzubauen. Sinnvoll kann auch das Einladen der Berater in die Schule sein. 

      7.   Grenzen der Beratung

 

-          Beratung basiert auf dem Prinzip der Beratungsbereitschaft ( siehe Punkt 4 ).

Daher kann sie nicht erfolgen, wenn sich der Betreffende dagegen sperrt.

Eine Ausnahme betrifft jedoch diesen Sachverhalt: Wird z.B. ein Schüler bzw. eine Schülerin mehrfach erheblich aggressiv gegen andere, kann im Rahmen einer Erziehungs- und Ordnungsmaßnahme die zumindest einmalige persönliche Kontaktaufnahme mit einer Gewaltpräventionsstelle zur Auflage gemacht werden.

Dieses Vorgehen basiert auf der Erfahrung, dass zumindest ein Teil der Schüler das dort geführte Gespräch wider eigener Erwartung als hilfreich empfindet und  die Beratung doch nutzen möchte.

 

-          Nehmen z. B.  Erziehungsberechtigte mehrfache Einladungen zu Beratungsgesprächen nicht wahr, so ist dies schriftlich zu dokumentieren.

      Wenn das Wohl des Kindes gefährdet scheint, muss die zuständige Lehrkraft andere

       Einrichtungen informieren.

 

-          Beratung im schulischen Umfeld kann keinesfalls eine Therapie beinhalten, da es

weder der Fachkompetenz der Lehrkräfte entspricht noch das Rollenverhältnis zwischen Lehrer und Schüler zulässt. Auf Seiten der Lehrkraft besteht das Risiko der Überforderung.

Daher muss gegebenenfalls rechtzeitig an das entsprechende Fachpersonal verwiesen werden.

 

-          Aufgrund der Neutralität der Schule dürfen Eltern oder Schüler in einer Beratung nicht   gezielt an bestimmte Therapeuten vermittelt werden. Möglich ist jedoch, auf mehrere Fachkräfte hinzuweisen, mit denen die Schule wirksam zusammenarbeitet.

 

 

      8.   Querverweise auf andere Konzepte an der PHS

 

Ergänzende Informationen bzw. Berührungspunkte zum vorliegenden Beratungskonzept finden sich in den folgenden Texten:

 

-          Schulvereinbarung

-          Förderkonzept

-          Kooperationsvereinbarungen

-          Konzept zur beruflichen Orientierung an der PHS

-          Informationsordner zum Betriebspraktikum

-          Suchtpräventionskonzept

-          Gewaltpräventionskonzept

 

 

 

      9.   Perspektiven bzw. Aufgabenstellungen für die zukünftige Arbeit

 

In den folgenden Bereichen wird von den Beteiligten eine Weiterarbeit als sinnvoll angesehen:

-          Ausbildung einer Beratungslehrkraft für die PHS

-          Vertiefung des Themas im Rahmen einer schulinternen Fortbildung