Förderkonzept
Vorbemerkung

Das vorliegende Förderkonzept der PHS ist bausteinartig konzipiert, um das sehr umfassende Thema übersichtlich zu gliedern und einen gezielten Zugriff auf einzelne Unterthemen zu ermöglichen.

Teil I enthält mit dem „Förderkonzept im engeren Sinne“ die Grundüberlegungen der Lehrkräfte an der PHS zum Thema „Förderung“.

Im Teil II werden Informationen zur Förderplan-Konzeption (Bestandsaufnahme, Förderplanung und Maßnahmenplanung) vermittelt.

Denn: „Für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischen Förderbedarf in Förderschulen und in anderen allgemein bildenden Schulen ist die Dokumentation der individuellen Lernentwicklung als individuelle Förderplanung anzulegen.“

(Niedersächsisches Kultusministerium, Handreichungen Individuelle Lernentwicklung und deren Dokumentation; 2006)

Die unter Punkt III – VIII genannten Materialien sind als Ordnersammlung im Medienraum für alle in der Schule Tätigen zugänglich. Unterlagen aus Fortbildungen werden hier themenentsprechend abgeheftet, sodass zum einen eine unkomplizierte Weitergabe des Wissens ermöglicht wird. Weiterhin lassen sich die Materialsammlungen durch das Ordnersystem problemlos aktualisieren. Die Hefter können auch im Rahmen der Beratung an den KOOP-Schulen wirksam eingesetzt werden.

Das Förderkonzept im engeren Sinne
1. Unser Verständnis vom  Begriff „ Fördern “ / Ziele der Förderung

Fördern bedeutet nach dem Verständnis des Kollegiums an der PHS und in Anlehnung an  den  Duden  jemanden „weiter nach vorn bringen“ sowie  ihn “in seiner Entfaltung, bei seinem Vorankommen unterstützen.“

Bezogen auf die unterrichtliche Praxis bedeutet dies:
Durch eine gründliche Erhebung der Lernausgangslage sollen  jeder Schülerin und jedem Schüler individuelle Lernangebote geschaffen  werden, um eine möglichst gute Lernentwicklung zu gewährleisten.
Deren  Beobachtung  gibt  wiederum  Aufschluss  über  die  weitere  Vorgehensweise.
Förderung und Diagnose stehen somit in einem ständigen, fortlaufenden Wechselprozess und bedingen einander.
Förderung erfolgt an der PHS vorrangig im Rahmen des Unterrichts ( Binnendifferenzierung ).

Zu der in der Fachliteratur vorgenommenen strikten Trennung von Förderung und Therapie nimmt das Kollegium den folgenden Standpunkt ein:
Therapeutische Angebote    werden    durch  die  Lehrerinnen  bzw.  Lehrer   in  das Förderangebot  einbezogen, wenn die betreffende Lehrkraft über eine entsprechende Zusatzausbildung  verfügt  und  die  Förderarbeit  zuvor  in  der    Gesamtkonferenz genehmigt   wurde. Die  Erziehungsberechtigten   werden  über das Angebot informiert und  entscheiden  per  Unterschrift,  wenn  sie  mit  der  Maßnahme  einverstanden  sind.

2. Das Förderkonzept im Zusammenhang mit unserem Schulprogramm

Zu den in unserem Schulprogramm beschriebenen Aufgaben gehört einerseits das Fördern von Schülern bzw. Schülerinnen mit Lernschwierigkeiten, die so massiv und dauerhaft sind, dass ihnen die Beschulung in der Grund- bzw. Hauptschule keine ausreichenden Lernerfolge vermitteln kann.

Die Peter-Härtling-Schule bietet durch das freiwillige 10. Schuljahr die Möglichkeit, den Hauptschulabschluss zu erwerben. Weiterhin wird regelmäßig geprüft, ob eine Rückschulung an die Regelschule möglich ist.

Ein zweiter, zunehmend wichtig werdender Auftrag beinhaltet die Förderung von Schülern im mobilen Dienst. In dem mittlerweile flächendeckenden Kooperationsnetz leisten wir umfangreiche Diagnostik, Beratung und Förderung. Somit tragen wir zur Prävention von umfänglichen Lerndefiziten bei und arbeiten damit im Sinne der Idee der Inklusion.

3. Wer leistet Förderung?

  • die Kolleginnen und Kollegen der PHS
  • Sozialpädagogen vom   „pro aktiv Center “
  • Mitarbeiter des Instituts für soziales Lernen mit Tieren (aus Wedemark bei Hannover)
  • Mitarbeiter der Musikschule Springe (bei Projekten ; z. B.„drum circle“, MUPA)
  • ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ( z.B. Lesementoren )
  • Schülerinnen und Schüler, die sich als Buddy mit ihren besonderen Stärken für Mitschülerinnen und Mitschüler als Lernhelfer engagieren

4. Adressaten der Förderung

  • Schülerinnen und Schüler der PHS
  • Schülerinnen und Schüler der Kooperationsschulen (Nähere Informationen hierzu gehen aus den Kooperationsvereinbarungen hervor.)

5. Bereiche der Förderung / Bezug zu den schuleigenen Plänen und Konzepten

Die nachfolgend genannten Förderangebote können sich sowohl auf einzelne Unterrichtsfächer beziehen als auch fächerübergreifend sein. Besondere inhaltliche Förderschwerpunkte an der PHS werden im folgenden Kapitel gesondert und ausführlicher vorgestellt.

 

Förderbereich


Wahrnehmung

motorische Kompetenzen


Handlungsplanung

Sprachförderung

Lese- und Schreibkompetenzen

mathematische Kompetenzen

Basiskompetenzen im Bereich Englisch

Sach- und Umweltwissen, Umweltbildung


Gesundheitserziehung


Persönlichkeitsbildung



Methoden- und Schlüsselfähigkeiten

Berufsorientierung und –vorbereitung


Medienkompetenzen


handwerklich-gestalterische Kompetenzen

Bezug zu den schuleigenen Plänen und Konzepten

Tiergestützte Pädagogik, Musik

Sport, tiergestützte Pädagogik, Werken, HWT, Textil

HWT, Werken, Textil, Technik

Deutsch, Sprachförderkonzept

Deutsch, Lese-Mentor e.V.

Mathematik, Physik

Englisch, Musik


Bio, Erdkunde, Geschichte, Politik, entsprechendes Konzept


Bio, HWT, Konzept zur Suchtprävention, entspr. Konzept

Politik, Werte und Normen, tiergestützte Pädagogik, Informationen zu Buddies, Schülerfirma, Konfliktschlichtung

AWT, entspr. Konzept, Medienkonzept


AWT, entspr. Konzept, Information zum Betriebspraktikum,Dokumentation  Schülerfirma

Medienkonzept


Werken, Technik, Kunst, Textil, HWT

In Abhängigkeit zur  Schulstufe stehen einzelne Förderangebote jeweils im Vordergrund.


6. Besondere inhaltliche Förderschwerpunkte

6.1.  Förderung von Kindern aus Migrationsfamilien / Hilfen beim Zweitspracherwerb

Hier arbeitet die PHS auf zwei Ebenen:

  • Durch Kontaktaufnahme und Zusammenarbeit mit den entsprechenden Fachdiensten oder außerschulischen Trägern versuchen wir, zusätzliche Unterstützung zu etablieren. Hierzu gehören z.B.
  • Fachberater für interkulturelle Bildung bzw. Integrationsbeauftragter (Ansprechpartner der Landesschulbehörde: Herr Langner 0511 / 10671111; Ansprechpartner der Region Springe: Herr Oppermann 05132 / 13 15 ).
  • Kinderschutzbund (Sprachkurse für Eltern und Kinder)
  • Jugendmigrationsdienst (0511/823296 – Fr. Soßdorf)
  • Hauptschule Isernhagener Straße, Hannover
  • Für die direkte Förderung des Schülers bzw. der Schülerin wurden Ordner zusammengestellt. Diese beinhalten ein aufbauendes Wortfeldtraining und einen systematischen Grammatiklehrgang.
  • Sehr wichtig erscheint uns, bei den Schülern aus verschiedenen Nationen ein gegenseitiges Verständnis zu entwickeln. Dies bahnen wir durch spezielle Unterrichtseinheiten (z.B. Werte und Normen“ Feste in verschiedenen Ländern“, HWT) oder durch Projekttage bzw. Schulfeste mit entsprechender Themenwahl an.

6.2. Förderung von Kindern mit Teilleistungsschwächen (z.B. LRS, Dyskalkulie)

Insbesondere im Rahmen des mobilen Dienstes beraten wir Regelschullehrkräfte im Hinblick auf LRS / Dyskalkulie.
Die Kolleginnen der PHS haben sich hierzu intensiv in diagnostische Fragen eingearbeitet und nutzen z.B. bei der Feststellung von LRS-Problemen die Hamburger Schreib- sowie die Hamburger Leseprobe.

Bei der Beantragung einer außerschulischen Fördermaßnahme sind die Lehrkräfte eine wichtige Ansprechperson.
In diesem Rahmen werden von den Förderschullehrkräften auch Beratungen der Eltern geleistet.
Für die weitere Arbeit besteht eine gute Zusammenarbeit zwischen den Förderschullehrern und den LRS- bzw. Dyskalulietherapeuten vor Ort.
Zusammen mit dem Klassenlehrer werden somit wichtige Fördermaßnahmen koordiniert.          
Für die spezielle Förderung im schulischen Rahmen hat die PHS gute Erfahrungen mit dem computergestützten „GUT“-Programm gemacht.
Das Programm GUT trainiert Grundlagen der Rechtschreibung, indem der Grundwortschatz und der Transfer von Wortstämmen mithilfe eines Karteikastenprinzips eingeübt werden.
Die Schüler/innen erlernen die gebräuchlichsten Wörter anhand von sechs Wortgruppen à 100 Wörtern, die sukzessiv durch wiederholendes Üben bis zur sicheren Speicherung trainiert werden.
Zusätzlich können gezielt Rechtschreibphänomene anhand von kleineren Wortschätzen geübt werden.
Die Schüler/innen trainieren selbständig ihre eigenen Wörter. Durch Tests und Wörterdiktate werden die Lernerfolge nachgewiesen.
Das GUT-Programm wird für Klassen, Fördergruppen und in der KOOP eingesetzt.

6.3 Förderung bei ADHS und Aufmerksamkeitsstörungen

Entsprechend fortgebildete Lehrkräfte der PHS informieren Lehrer anderer Schulen sowie Eltern über Hinweise auf Aufmerksamkeitsstörungen.
Durch weitere Beobachtungen im Unterricht können Anhaltspunkte für die Abgrenzung von Aufmerksamkeitsstörungen, ADS und ADHS erbracht werden.
Allerdings leisten die Pädagogen der PHS keine offizielle Diagnose, sondern verweisen bei deutlichen Signalen an entsprechende Facheinrichtungen. Hierzu arbeitet die PHS mit Fachärzten und dem SPZ Hannover zusammen und hat zwei Ordner mit Kontaktadressen angelegt.

In der täglichen Arbeit mit aufmerksamkeitsgestörten Kindern werden an der PHS altersabhängige Hilfen eingeleitet.
Wichtig erscheint uns dabei für alle, das Schulleben klar zu strukturieren und verlässlich zu gestalten. Dies gelingt uns zum einen durch regelmäßig wiederkehrende Aktivitäten und Rituale (z.B. Sport- und Spieletag nach den Ferien, einmal wöchentliches Frühstücksbuffet etc.). Wichtig sind auch visuelle Orientierungshilfen im Schulgebäude. Eine klare Struktur gibt sich die PHS auch durch die Schulvereinbarung, die jeweils am Schuljahresanfang mit allen Schülern besprochen wird. Die für alle gültigen Schulregeln ergänzen diese Orientierungshilfe im Schulalltag.
Bei älteren, aufmerksamkeitsgestörten Schülern kommen Einschätzungs- und Bewertungsskalen zum Einsatz. Über den Einsatz von „Belohnungssystemen“ wird jeweils individuell entschieden.

6.4  Autismus

Im Rahmen von Fortbildungen haben sich Kolleginnen der PHS intensiv mit der Thematik befasst. Diese Kenntnisse werden im mobilen Dienst für Diagnostik und Förderung eingesetzt.
Wie bei den Aufmerksamkeitsstörungen, so gilt auch für autistische Verhaltensweisen: Die Lehrkräfte der PHS beraten die Kollegin der Regelschule und beobachten die betreffenden Schüler. Bei vermehrten Hinweisen auf Autismus verweisen die Förderschullehrer
an Fachärzte.
Die PHS unterstützt die KOOP-Schulen auch bei der weiteren Förderung der Kinder. Mitwirkung bei der Entwicklung eines Förderkonzeptes und Informationen über mögliche Unterstützungen bei der Förderung sind hier wichtige Aufgaben. Auch die Zusammenarbeit zwischen den Lehrkräften und Schulbegleitern wird mit Hilfe der Förderlehrer optimiert.

6.5 Sprachförderung

Insbesondere die Sprachförderung ist Prinzip des gesamten Unterrichts.
Für spezielle sprachtherapeutische Fragestellungen stehen in der PHS Lehrkräfte mit der Fachrichtung Schwerpunkt Sprachförderung und Erfahrungen an der Förderschule Schwerpunkt Sprache zur Verfügung.
Darüber hinaus gibt es regelmäßige Kontakte mit örtlichen Sprachtherapeuten sowie mit der in der Nachbarschaft befindlichen Förderschule Schwerpunkt Sprache.

Unterrichtsimmanente Sprachförderung setzen wir an der PHS durch folgende Maßnahmen um: Klang- und Rhythmusspiele, Lieder und Singspiele, Trommelkurse im Unterrichtsverband, Sprechverse, Lautdifferenzierungs- und identifizierungsübungen, mundmotorische Übungen, Wortschatzarbeit,  handlungsbegleitendes und handlungsplanendes Sprechen (im Rahmen der praxisbezogenen Fächer) und Wortschatzspiele.
Vor allem bei den Schülern der Mittel- und Oberstufe wird die Sprachförderung durch diese Elemente erweitert: Vorträge vor Mitschülern und Eltern (AWT), Referate zu Sachthemen, Durchführen und Teilnehmen an Befragungen bekannter und fremder Personen, Unterrichtseinheiten zu den Themen „Sprachstil, Körpersprache“.
Die für die älteren Schüler genannten Maßnahmen sind auch als wichtige Voraussetzungen für ein gutes Bestehen der mündlichen Prüfungen in den Abschlussklassen anzusehen.

Neben der unterrichtsimmanenten Förderung bieten wir in der PHS auch isolierte Sprachförderung in Kleingruppen- oder Einzelarbeit an. Schwerpunkte liegen hier auf dem Aufarbeiten von Lautbildungsfehlern, phonologischen Störungen oder morpho-syntaktischen Auffälligkeiten.

7. Grundsätze der Förderung

Die Förderung bezieht bei deren Planung immer das Umfeld der Schülerin bzw. des Schülers ein. Die Zusammenarbeit zwischen der Familie des Kindes bzw. Jugendlichen und den Lehrkräften ist entscheidend und muss durch größtmögliche Beständigkeit und wechselseitigen Austausch geprägt sein. An der PHS versuchen wir dieses Ziel z. B. durch regelmäßige Förderplangespräche und  den Gebrauch des Schülerbuches  zu verwirklichen.

Mit zunehmenden Alter der Schülerin bzw. des Schülers wird auf deren Eigenverantwortlichkeit geachtet, um ein passives „Über-sich-ergehen lassen“ der Förderung zu verhindern. Es erscheint uns  äußerst wichtig, dass die Schüler die Bedeutung von Lernanstrengungen und Lernerfolgen für sich selbst  erkennen.
In der PHS wird die Schülerin bzw. der Schüler in die Förderplanung auf dem folgenden Weg einbezogen:
  • Arbeit mit Selbsteinschätzungsbögen;
  • Formulierungen von Zielen und dafür erforderliche  Verhaltensschritte als eigenständige „ Schülerspalten “ im individuellen Förderplan;
  • regelmäßige Beratungsgespräche über den derzeitigen Lern- und Fähigkeitsstand.

Die Förderung ist nicht defizitorientiert, sondern setzt an den jeweiligen Stärken bzw. dem vorhandenen Kenntnis- und Fähigkeitsstand des Kindes bzw. des Jugendlichen an.
In diesem Zusammenhang ist auch an die angemessene Förderung von besonders leistungsstarken Schülern zu denken. In der PHS bestehen für sie die folgenden Möglichkeiten:

  • Teilnahme am entsprechenden Unterricht in einer höheren Klasse,
  • Überspringen einer Klasse nach Probeunterricht und Zustimmung durch die Klassenkonferenz,
  • probeweise Rückschulung an die Regelschule;
  • Schüler bzw. Schülerinnen mit besonderen Begabungen werden durch gezielte, wechselnde AG-Angebote oder Zusatzangebote gefördert (Band-AG, Hip-Hop-AG, Tier-AG, MUPA-Projekt).

Kleinschrittige Förderziele haben stets Vorrang vor hohen Zielvorgaben.
Weiterhin werden bei der Entwicklung des individuellen Förderplans Schwerpunkte gesetzt. Dies soll eine Überforderung vermeiden.

Für Schülerinnen und Schüler mit besonderen Schwierigkeiten in Teilleistungs-bereichen wird der Nachteilsausgleich vorgenommen.
Die zuständige Klassenkonferenz berät und entscheidet, welche konkreten Maßnahmen praktiziert werden.

Gelingt  es  nicht, ein  Förderziel  zu  erreichen, so  ist  zu  prüfen,  welche Änderungen im Hinblick auf die Vorgehensweise nötig sind. Gegebenfalls muss auch das Anspruchniveau des Ziels reduziert werden. In Einzelfällen sind  Überlegungen im Hinblick auf einen veränderten sonderpädagogischen Förderbedarf anzustellen.

Gute Erfahrungen wurden an der PHS bislang mit der geschlechtsspezifischen Erziehung  in den folgenden Fächern gesammelt: Sport, Werken / Technik und Textil.

Jahrgangsübergreifende Vorhaben verfolgen das Ziel, dass ältere und jüngere Schülerinnen und Schüler voneinander lernen (Sport- und Spieletage, Schülerfirma, Buddy – Projekt, Arbeitsgemeinschaften )

Einen  besonderen   Wert  legt  die  PHS  auf  die  Vielfalt  an Arbeitsgemeinschaften, die zum einen Anregungen für die Freizeitgestaltung geben ( Tischtennis, Fußball, Musik etc. ). Darüber hinaus werden hier Angebote unterbreitet, die sich im regulären Unterricht nicht so intensiv einbinden lassen  (Tier – AG, Mädchen – AG, etc ).

Es wird ausgelotet, inwieweit auch außerschulische Förderangebote genutzt werden können (z. B. Zusammenarbeit mit dem Kinderschutzbund, um Hausaufgabenhilfe zu koordinieren; weiteres  dazu siehe auch  ausführlich das Beratungskonzept).

Die Förderung der Medienkompetenzen setzt bereits in der Primarstufe ein und beinhaltet einen systematischen Aufbau der Fähigkeiten. Einen besonderen Wert legen wir zum einen auf das zunehmend selbständige Einholen von Daten mittels Internetrecherche. Weiterhin ist es uns wichtig, die Schüler und Schülerinnen im Hinblick auf einen gefahrfreien Umgang mit Medien zu schulen.


8. Organisation / Maßnahmen für das Ermöglichen selbstbestimmten Lernens

Die folgenden Überlegungen zu Förderangeboten erscheinen uns wichtig:

Vor allem, wenn Förderung im Rahmen innerer Differenzierung erfolgt, ist die Gelegenheit zur Doppelbesetzung von Lehrkräften sehr sinnvoll(insbesondere in jahrgangskombinierten Klassen).

Förderstunden werden soweit möglich vom Klassenlehrer bzw. Fachlehrer für das jeweilige Hauptfach erteilt.

Lehrkräfte verbleiben in der Regel  für  mindestens  2 Schuljahre als Klassenlehrer einer Lerngruppe; auch ein häufiger Wechsel der Fachlehrer unterbleibt, um stabile Lernbedingungen zu schaffen.

Bei der Zuweisung von Lehrkräften zu Parallelklassen wird auf die Bildung von Teams geachtet: So kann der  Unterrichtsausfall bei  der Erkrankung einer Lehrkraft besser aufgefangen werden. Weiterhin haben die Schüler mehrere Ansprechpartner.

Innerhalb eines Schuljahres finden mindestens  zwei Elternsprechtage statt.

Im Hinblick auf die Maßnahme, die selbstbestimmtes Lernen ermöglichen, ist das Folgende zu beachten:

Planarbeit, Stationslernen und der Einsatz von Karteien nehmen im unterrichtlichen Alltag an der PHS einen hohen Stellenwert ein. Hierdurch lässt sich auch das Prinzip der Binnendifferenzierung umsetzen.

Themenkisten werden entwickelt, um verschiedene Auseinandersetzungen mit einem bestimmten Sachthema  zu ermöglichen.

Kleingruppenarbeit erhöht die Verantwortlichkeit der Schüler und regt zum sprachlichen Austausch untereinander an. Die Würdigung der Arbeitsergebnisse erfolgt z.B. durch Aushang und die regelmäßige Plenumsstunde am Freitag.

Unterrichtsgänge werden an der PHS so oft wie möglich durchgeführt. Auch das Einladen von Personen in die Schule verstärkt auf Seiten der Schüler die Aktivität beim Lernen.

Neben dem Beibehalten bewährter Arbeitsgemeinschaften soll es immer auch wechselnde Angebote geben, die von externen Fachkräften geleitet werden.

Besondere Projekte ermöglichen es den Schülern, sich mit bislang nicht erkannten Fähigkeiten einzubringen (z.B. Karaoke  - Show, Buddies).

Realitätsnahe Lernsituationen (Schülerfirma, Frühstücksbuffet, Weihnachtsmarkt) tragen dazu bei, dass sich die Schüler und Schülerinnen in einem geschützten Rahmen auf spätere Anforderungen vorbereiten können.

9. Voraussetzungen

Diagnostisches Material
, das für die Erhebung der Lernausgangslage erforderlich sein kann, soll möglichst auf dem aktuellen Stand gehalten werden. Ein Kollege der PHS ist verantwortlich für die „ Verfügbarkeit “ angeschaffter Materialien.

Kleine Gruppenräume
ermöglichen, das bei einer speziellen Förderung dorthin ausgewichen werden kann.

Für die Arbeit mit den schuleigenen Tieren ( Kaninchen, Meerschweinchen, Fische, Schafe ) stehen sowohl der Schulhof als auch eine in der Nähe befindliche gepachtete Wiese zur Verfügung.

Für psychomotorische Übungen können  die Turn- und Schwimmhalle in der  benachbarten Grundschule oder die Aula genutzt werden.

Parallelklassen oder Lerngruppen, die besonders eng zusammenarbeiten, bekommen möglichst benachbarte Räume, um hierdurch die Kooperation zu ermöglichen.

Die Zusammenarbeit mit den außerschulischen Unterstützern wie z.B. Jugendhilfe, Kindergärten, Kinderschutzbund, Agentur für Arbeit, Presse muss auf Beständigkeit ausgelegt sein. Die PHS versucht dies zu ermöglichen, indem von Seiten der Schule feste Ansprechpartner bestimmt werden. Über die Besetzung dieser Posten informiert eine „Liste der Verantwortungsbereiche“.


10. Grenzen der Förderung an der PHS

Wenn sich trotz kleinschrittiger Förderziele und der Setzung von Förderschwerpunkten keine Fortschritte ergeben, müssen die folgenden Maßnahmen erwogen werden:

Noch stärkere Einbeziehung weiterer außerschulischer Institutionen ( Therapeutische Angebote ).

Überprüfung auf einen veränderten sonderpädagogischen Förderbedarf und eventuellen Wechsel an eine andere Förderschule;
Der  eventuell anstehende Wechsel des Lernortes sollte jedoch  immer sorgfältig abgewogen werden.
Die von allen Beteiligten zu treffende Entscheidung  erfordert eine gründliche Prüfung, inwieweit die Umschulung für die betreffende Schülerin bzw. den Schülerin  für seine Gesamtsituation (Selbstbild, Anfahrtsweg zur Schule, etc.)  günstig ist.

11. Überlegungen für die zukünftige Arbeit

11.1.    Inhaltliche Überlegungen

Im Hinblick auf die Weiterentwicklung des Förderkonzeptes sind die folgenden Bereiche zu nennen:

- Entwicklung eines Portfolios
- Entwicklung eines Berufswahlpasses
- Ausbau der sogenannten „Themenkisten“ (s. Punkt 8)
- Entwicklung eines Auswertungsfragebogens zur Wirksamkeit des  
  gegenwärtigen Konzeptes (s. Punkt 11.2)
- Entwicklung eines „Computerführerscheins“

11.2.   Überprüfung / Fortschreibung des Förderkonzeptes

Die vorliegende Form des Förderkonzeptes ist die Überarbeitung der ursprünglichen Version vom November 2008. Eine erneute Prüfung soll nach Ansicht des Kollegiums in ca. 1; 6 Jahren  stattfinden.
Innerhalb dieser Frist soll per Fragebogen geklärt werden, ob die Zielsetzungen, Maßnahmen und Voraussetzungen des Konzeptes der schulischen Wirklichkeit entsprechen. Gegebenenfalls können die Fragen zum Förderkonzept auch mit einem anderen Aufgabenbereich (z.B. Beratung) sinnvoll kombiniert werden.
Die Entwicklung des Fragebogens wird eine noch zu benennende Arbeitsgruppe übernehmen.

Literatur

Behrens, Dr. Ulrike & Wachtel, Peter: "Nachteilsausgleich in der Schule"
SVBL 5 / 2008 ( Nichtamtlicher Teil )

Duden : "Deutsches Universalwörterbuch"  hrsg. und bearb. vom Wiss. Rat und den Mitarb. Der Dudenred. unter Leitung von Günther Drosdowski. Mannheim 1983

Duden Band 7: Etymologie. Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache> hrsg. vom Wiss Rat der Dudenred. unter Leitung von Günther Drosdowski Mannheim 1989

Niedersächsisches Kultusministerium: Erlass zur Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Schwierigkeiten im Lesen, Rechtschreiben oder Rechnen. Rd Erl. D. MK vom 04.10.2005 – 81631 – 05 VORIS 22410

Niedersächsisches Kultusministerium: Handreichungen  Individuelle Lernentwicklung und ihre Dokumentation

Niedersächsisches Kultusministerium: Nachteilsausgleich

Verband Sonderpädagogik Landesverband Nordrhein – Westfalen e. V. ( Hrsg. ): Förderplanung in der sonderpädagogischen Arbeit
Meckenheim 2004

Verband Sonderpädagogik Landesverband Nordrhein – Westfalen e.V. ( Hrsg. ): Fördern planen, Meckenheim 2005